Schulfest 2007

Da war der Schulrat sprachlos

Fulminante Show zum zehnjährigen Bestehen des Gochsheimer Schulgebäudes

Ein eher ungewöhnliches Jubiläum begingen Schüler und Eltern an der Grund- und Hauptschule Gochsheim: Sie feierten das zehnjährige Bestehen ihres Schulgebäudes. Und das mit einer fulminanten Show.

„Schule ist mehr“ hieß es bei der Einweihungsfeier vor zehn Jahren. Dass dies heute mehr denn je gilt, machten die verschiedenen Showpunkte deutlich. Mit Freude und Spaß sangen, musizierten, tanzten, turnten und spielten die rund 150 Schüler zur Freude von Eltern, ehemaligen Lehrern, Bürgermeistern und Stellvertretern von Behörden und Firmen. Für die witzigen, in vielen Bereichen aber auch ernsthaften und nachdenklichen Texte zeichnete überwiegend der frühere Konrektor Norbert Epp verantwortlich.

Schulamtsdirektor Günter Römer zeigte sich am Ende sprachlos. Jeder Beitrag sei einfach spitze gewesen. Etwas Schöneres könne man zum Jahresende nicht erleben. Bemerkenswert auch, dass die ganze Schulfamilie daran beteiligt war: Schüler, Lehrer, Hausmeister.

Wie bei der offiziellen Eröffnung vor zehn Jahren kamen sich Schulleiter Oskar Dulemba und Konrektorin Andrea Maier vor, bis sie beim genaueren Hinsehen feststellten, dass eigentlich nur die Ehrengäste ein bisschen älter geworden seien. Das Schulgebäude sehe aus wie am ersten Tag.

„Wir sind die Schule mit dem größten Spaß.“ Diesen Slogan zu Beginn der Show bestätigten die einzelnen Programmpunkte. Von der Einschulung, bei denen die Eltern gleich das Kreuzchen für den Übertritt ans Gymnasium machen wollen, über einen Schultüten-Rap, dem Boogie-Woogie auf dem Schulhof oder dem Thema Elternsprechtag („Danach wird es zu Hause spannend.“), bis zum „ganz normalen Wahnsinn“ im Klassenzimmer oder dem musikalischen Frühstückstausch in der Pause reichten die Beiträge.

Nur ein Traum war letztendlich eine Demonstration: „Alle Lehrer in Pension, no homework, Aufstehen um zehn, Frühstück umsonst.“

Ernsthaft wurde es beim Gespräch im Lehrerzimmer. Erst war das Jammern groß, doch dann stellten die Diskutanten fest: „Das Schulklima ist positiv, unsere Hauptschule hat Zukunft, Läushammel gibt es überall und gemeinsam sind wir stark.“ Zum Ende zog mit einem Lichtertanz weihnachtliche Stimmung in die gefüllte Aula ein.

Bleibendes Relikt zur Jubiläumsfeier: Im Eingangsbereich ein von Lehrer Waldemar Brucker gefertigtes Holzrelief mit dem integrierten original Schulschlüssel von der Schuleinweihung vor zehn Jahren angebracht.

Gochsheim blieb hartnäckig

Geschichte des Neubaus

Bis in die 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderst wurden nur die Kinder aus Gochsheim im Ort unterrichtet. Neben dem jetzigen Grundschulgebäude gab es noch die vier Klassenzimmer im alten Schulhaus am kleinen Plan. 1969 gründete man einen Schulverband mit Weyer, Dürrfeld, Ober- und Untereuerheim. Grettstadt kam bald danach dazu. Man erstellte einen Ofra-Fertigbau mit großen Fenstern und hellen Räumen, dem ein weiterer Trakt und ein Sportkomplex mit Großturnhalle und Hallenbad folgten.

Doch der Zahn der Zeit nagte an den Gebäuden. Es sei im Gemeinderat eine lange schwierige Entscheidung für einen Neubau mit dem Konzept einer Aula gewesen, erinnert sich Altbürgermeister Walter Korn. Aber auch die Regierung habe lange gezögert, in einen Neubau statt in die Sanierung der alten Gebäude zu investieren. Heute sei Gochsheim eine Vorzeigeschule, ist Korn von der Richtigkeit der Entscheidung überzeugt. Ein Teil des Altbaues blieb stehen, wurde in den Schulhausneubau integriert. 1995 war Baubeginn, am 17. Oktober 1997 wurde die neue Schule eröffnet. Hoffnung machte den Gochsheimern Schulamtschef Günter Römer: In der Zeit des beginnenden Hauptschulsterbens gehöre die Gochsheimer Schule zu den wenigen, deren Zukunft gesichert ist.